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Ökologie

Ein Kiesabbau ist eine Chance für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Die ständige Veränderung der Umgebung durch den Materialabbau und die Wiederauffüllung schafft einen in der Schweiz sehr seltenen Lebensraumtyp, der vergleichbar ist mit einem frei fliessenden, unkorrigierten Flussslauf. Pioniertiere und -pflanzen leben hier auf.

Der Abbau von Kies ist mit Eingriffen in die Landschaft verbunden und viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander. Aus ökologischer Sicht sind insbesondere folgende Bereiche zu berücksichtigen:

Gewässer

Oberflächenwasser wird auf Hartbelägen gesammelt und für die Kiesaufbereitung verwendet. auf den übrigen Flächen wird überschüssiges Wasser in Mulden am Rand oder in grösseren Gewässern als Lebensraum zahlreicher Tiere und Pflanzen genutzt. Überschüssiges Wasser wird Versickerungsflächen zugeführt und im Humus und Kies gefiltert.

Kies wird bis 3 Meter oberhalb des langjährigen Grundwasserspiegels abgebaut, um die Qualität des Grundwassers nicht zu beeinflussen. Zudem wird die Qualität des Grundwassers regelmässig durch kantonale Fachstellen überprüft.

Landwirtschaft

Der Boden (Humus) wird vor dem Abbau sorgfältig abgetragen. Unter- und Oberboden werden getrennt gelagert oder auf bereits wieder aufgefüllten Flächen direkt eingebaut. Frisch aufgebauter Boden wird mit einer speziellen tiefwurzenden Saatmischung begrünt und fünf Jahre lang nur mit leichten Maschinen bei trockener Witterung bewirtschaftet. Diese Bewirtschaftung fördert die Bodenlebewesen und die langfristige Stabilität und Fruchtbarkeit des Landwirtschaftsbodens. Durch diesen schonenden Umgang bei der Rekultivierung kann den Grundeigentümern nach dem Kiesabbau wieder hochwertiger Landwirtschaftsboden zurückgegeben werden.

Landschaft und Natur

Beim Kiesabbau handelt es sich stets um einen vorübergehenden Eingriff in die Natur. Der ökologische Wert beschränkt sich vor dem Kiesabbau auf Ausgleichsflächen innerhalb der Landwirtschaft, wie Buntbrachen oder Ackerschonstreifen. Während dem Abbau besteht auf etwa 50% der Fläche temporär wenig oder keine Betrieb, was den Pioniertieren und -pflanzen einen optimalen Lebensraum bietet. Bauflügelige Sandschrecken, Uferschwalben oder Gelbbauchunken leben beispielsweise auf diesen Flächen.

Nach abgeschlossenem Abbau und der Wiederauffüllung werden zahlreiche spezielle Naturstandorte erstellt. Die Flächen und Strukturen werden auf einzelne Arten perfekt abgestimmt. Diese Arbeiten werden unter Anweisung von kantonalen Naturschutzfachstellen umgesetzt. Die Schwarze Mörtelbiene, der kleinblättrige Rohrkolben oder die Essigrosen können Zielarten auf diesen Flächen sein.

Forstwirtschaft

Im Wald findet im schweizerischen Teil des Rafzerfeldes kein Kiesabbau statt. Auf deutscher Seite jedoch wird im Wald abgebaut. Nach einem erfolgten Abbau im Wald werden heute oft ökologisch attraktive Naturflächen erstellt, mit einer grösseren Artenvielfalt als vor dem Abbau. Edelholzarten wie Eichen oder Ahorn, in Kombination mit Weiden und Erlen als Pionierbaumarten und die neu erstellte Fläche mit Gewässern und ökologischen Kleinstrukturen wie Asthaufen, Steinhaufen und Wurzelstockhaufen.